IT macht Schule

Das Projekt IT macht Schule sorgt für eine klare Struktur, von der alle profitieren, wie Lars Oergel Geschäftsführer der VisionConnect im folgenden Interview bestätigt.

Das Projekt „IT macht Schule“ wurde von der Region Hannover im Jahr 2016 gestartet. Bereits im Herbst 2016 und im Frühjahr 2017 wurde jeweils eine erste Testreihe von Praktika mit Schülerinnen und Schülern aus allgemeinbildenden weiterführenden Schulen durchgeführt.

Um den Praktikanten spannende, geeignete Aufgaben geben zu können, stellt „IT macht Schule“ den Unternehmen einen Aufgabenpool mit passgenauen Fachaufgaben zur Verfügung. So kann beispielsweise während des Praktikums im Bereich Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung eine App entwickelt oder im Bereich Mediengestaltung das Design einer Website als Praktikumsaufgabe gewählt werden. Des Weiteren existieren Aufgaben zu den Berufen IT-Systemkaufmann/frau, Fachinformatiker/in Systemintegration, Mediengestalter/in Print und Digital, IT-Systemelektroniker/in und Informatikkaufmann/frau.

Das Projekt IT macht Schule sorgt für eine klare Struktur, von der alle profitieren, wie Lars Oergel Geschäftsführer der VisionConnect im folgenden Interview bestätigt.

Drei von vier IT-Unternehmen beklagen Fachkräftemangel, meldete der Bitkom Ende letzten Jahres und wies auf 55 000 unbesetzte Jobs in diesem Bereich hin. Fast 60 Prozent der Elektro- und Elektronikunternehmen befürchten, künftig nicht mehr genügend Informatiker und Ingenieure zu finden, hieß es während der Hannover Messe. Herr Oergel, ist das der Grund, weshalb Sie bei „IT macht Schule“ dabei sind?
Vor allem machen wir bei „IT macht Schule“ mit, weil wir Jugendlichen die Chance bieten wollen, sich orientieren zu können und um ihnen zu zeigen, was es für Möglichkeiten im IT-Bereich gibt. Ein weiterer Aspekt ist natürlich, dass wir das Projekt als Möglichkeit sehen, um auf uns aufmerksam zu machen, damit wir auch in Zukunft Nachwuchskräfte gewinnen können.

Was uns am Projekt zudem sehr gut gefällt ist der Stundenplan, den wir mit entwickelt haben. Er bietet ein Ablaufschema und strukturiert so das Praktikum. Das bedeutet für uns als Unternehmen weniger Arbeit. Wir bekommen immer wieder Anfragen von Jugendlichen, die ein Praktikum bei uns machen möchten.

Früher stellte uns das oft vor das Problem, wie wir die Jugendlichen adäquat betreuen sollen. Der Stundenplan schafft jetzt einen Rahmen, so dass beide Seiten, Praktikant und Unternehmen, profitieren. Wir können das Praktikum so besser durchführen und der Praktikant weiß, was ihn erwartet.

Woran lag es, dass sich in der Vergangenheit offenbar zu wenig Jugendliche für einen IT-Beruf entschieden haben, und kann „IT macht Schule“ da gegensteuern?
Oft wird im Zusammenhang mit IT-Berufen noch an „Nerds“ gedacht. Das widerspricht allerdings der Realität. Durch das Projekt können wir den Jugendlichen zeigen, dass bei uns in der IT-Branche auch „normale“ Menschen arbeiten und nicht nur „Computer-Narren“.

Indem die Jugendlichen ein Praktikum in einem IT-Unternehmen absolvieren, wird ihre Hemmschwelle gegenüber IT-Berufen geringer. Die Jugendlichen sehen, dass es nicht nur den einen IT-Beruf gibt, sondern verschiedene vielfältige IT-Ausbildungsmöglichkeiten, bei denen unter anderem auch Kundenkontakte eine Rolle spielen.

Was macht das Projekt besonders, was finden Sie daran gut?
Meines Wissens sind dieses Projekt und der Ansatz mit dem Stundenplan und dem Aufgabenpool bundesweit einmalig. Wie schon gesagt, profitieren von diesem Konzept beide Seiten.

Auch die zentrale Steuerung durch das Projektteam ist sehr hilfreich. Unternehmen und Jugendliche sind vorab informiert und werden zusammengeführt.

Hatten Sie bereits Praktikanten im Rahmen von „IT macht Schule“, und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?
Ja, wir hatten bereits drei Praktikanten, die bei uns ihr Praktikum nach dem gleichen Ablaufschema absolviert haben. Davon kamen zwei von der Internationalen Schule, so dass wir das Modell auf Englisch übertragen haben.

Die Erfahrungen waren sowohl für uns als Unternehmen als auch für die Schüler durchweg positiv. Die vorgegebene Struktur war für die Betreuerin sehr hilfreich. Die Jugendlichen konnten erleben wie der Betrieb „von innen“ funktioniert und zum Beispiel welch lockere Atmosphäre bei uns und artverwandten Unternehmen herrscht.

Teile des Konzepts können auch „abgespeckt“ für den Zukunftstag genutzt werden. Das haben wir in diesem Jahr erprobt.

„IT macht Schule“ ist ein Schritt – was muss außerdem getan werden?
Das Projekt sollte größer werden, weiter wachsen. Es müssten sich viel mehr Unternehmen und Schulen beteiligen.

Auch die Werbung sollte ausgebaut werden, damit „IT macht Schule“ bekannter wird. Die YouTube-Videos sind schon ein toller Ansatz, aber die Außendarstellung kann noch verstärkt werden.

Es wäre schön, wenn sich das Projekt langfristig überregional etablieren könnte, in der Zukunft vielleicht sogar niedersachsenweit.

Die VisionConnect GmbH ist als eines von 20 Unternehmen, der Multi Media BBS Hannover und sieben allgemein bildenden Schulen Projektpartner der IHK Hannover. Projektträger ist der Verein der Technologie-Centren Niedersachsen. Finanziert wird das Projekt von der Region Hannover und der NBank.

Einen ausführlichen Artikel zu dem Thema finden Sie auf den Seiten der Niedersächsischen Wirtschaft

Weitere Infos zum Projekt finden sich unter
https://www.itms.online/

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