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Matomo Tag Manager: Events zukunftssicher strukturieren

Matomo Tag Manager Events zukunftssicher strukturieren

Wer Matomo langfristig einsetzen möchte, sollte sich nicht nur Gedanken darüber machen, was getrackt werden soll. Entscheidend ist auch, wie Events strukturiert werden. Eine saubere Event-Taxonomie sorgt dafür, dass Daten auch nach mehreren Jahren noch verständlich und auswertbar bleiben.

Gerade beim Einsatz des Matomo Tag Managers lohnt es sich deshalb, von Anfang an ein einheitliches Schema für Ereigniskategorie, Ereignisaktion, Ereignisname und Ereigniswert festzulegen.

Nicht die URL, sondern der fachliche Kontext

Eine naheliegende Idee ist, die Webseitenstruktur direkt als Ereigniskategorie zu verwenden. So könnte ein Klick auf einer Produktseite beispielsweise als produkte / click / demo_request erfasst werden.

Das funktioniert – führt langfristig aber zu einem Problem: Ändert sich die Webseitenstruktur, ändert sich gleichzeitig die Event-Taxonomie.

Besser ist eine Trennung:

Der Seitenkontext beschreibt, wo etwas passiert. Das Event beschreibt, was passiert.

Was ist ein gutes Event-Schema?

Für die vier klassischen Matomo-Felder empfehlen wir eine einfache Trennung:

FeldBedeutungBeispiel
EreigniskategorieWas für ein Objekt?product
EreignisaktionWas ist passiert?click
EreignisnameWelches konkrete Objekt?demo_request
EreigniswertNumerische Messgröße1

Ein Klick auf einen Demo-Button wird damit beispielsweise zu:

product / click / demo_request

Webseitenstruktur nicht in das Event „pressen“

Die Webseitenstruktur kann für die Analyse wichtig sein. Sie sollte aber nicht zwangsläufig die Event-Kategorie bestimmen.

Stattdessen empfehlen wir, den Seitenkontext separat zu erfassen:

page_section = products
page_type = product_detail
page_id = product-123

Das Event bleibt unabhängig davon:

product / click / demo_request

Ändert sich später die URL- oder Navigationsstruktur, muss dadurch nicht automatisch die Event-Taxonomie geändert werden.

So lassen sich beispielsweise weiterhin Fragen beantworten wie:

Eine schlanke Tracking-Matrix

Für eine typische Unternehmenswebsite kann bereits ein überschaubarer Event-Katalog ausreichen:

KategorieAktionNameWertTypische Parameter
navigationclickmain_menu–navigation_level, link_target
navigationclickfooter–link_target
navigationclickbreadcrumb–link_target
contentviewcontent_block–object_id, position
contentclickcta–object_id, position, link_target
formviewcontact–form_id
formstartcontact–form_id
formsubmitcontact–form_id
formerrorcontact–form_id, error_type
downloaddownloadwhitepaper–object_id, file_type
downloaddownloaddatasheet–object_id, file_type
mediaplayproduct_video–object_id, position
mediaprogressproduct_video25object_id
mediaprogressproduct_video50object_id
mediaprogressproduct_video75object_id
mediacompleteproduct_video100object_id
searchsearchsite_search–search_term *
searchselectsearch_result–result_position
productviewproduct–object_id
productclickdemo_request–object_id, position
productdownloaddatasheet–object_id
errorerror404–page_path

* Bei Suchbegriffen sollte abhängig vom Datenschutzkonzept geprüft werden, welche Informationen tatsächlich übertragen werden dürfen.

Der Vorteil: Kategorie und Aktion bleiben stabil. Neue Produkte, Seiten oder Inhalte können ergänzt werden, ohne jedes Mal die gesamte Tracking-Struktur neu zu definieren.

Zusätzliche Informationen als Parameter

Informationen wie Position, Objekt-ID oder Linkziel sollten nicht in den Eventnamen integriert werden:

product / click / demo_request

statt:

product123_demo_button_homepage_mobile

Zusätzliche Informationen können als Parameter übergeben werden:

object_id = product-123
position  = hero
page_type = product_detail

Damit bleibt die Event-Taxonomie übersichtlich und trotzdem detailliert auswertbar.

Fazit

Eine zukunftssichere Matomo-Struktur trennt Event und Seitenkontext:

  • Kategorie = Was für ein Objekt?
  • Aktion = Was ist passiert?
  • Name = Welches Objekt?
  • Wert = Welche numerische Messgröße?
  • Parameter = Wo und in welchem Kontext?

Wer diese Struktur frühzeitig festlegt und über einen standardisierten Data Layer in den Matomo Tag Manager übergibt, schafft eine solide Grundlage für langfristig vergleichbare und aussagekräftige Webanalyse-Daten.

Gerade bei größeren Websites lohnt es sich daher, vor der eigentlichen Tag-Manager-Konfiguration zunächst eine kleine Tracking-Matrix als verbindliche Spezifikation zu erstellen.

Sie wird zur gemeinsamen Sprache zwischen Redaktion, Entwicklung, Marketing und Analytics – und verhindert, dass aus wenigen Events im Laufe der Zeit ein unüberschaubares Sammelsurium wird.

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